Mit gebrochenen Flügeln fliegen

13.11.2006
Es war einmal (- und es gibt sie immer noch) eine Fachgruppe Eingliederungshilfe des sozialpsychiatrischen Verbundes im Landkreis Nienburg mit sehr engagierten Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Einrichtungen der Wiedereingliederung und dem Gesundheitsamt. Sie wollten gerne eine öffentliche Veranstaltung zum besseren Verständnis für Menschen mit Psychiatrieerfahrung, ihre Angehörige und Interessierte organisieren und sprachen zwecks Kooperation die VHS Nienburg mit der Fachbereichsleitung Gesundheit Liliane Steinke an. Nach den ausgesprochenen Wünschen sollte die Veranstaltung nicht zu medizinisch sein, um nicht nur Fachpublikum anzusprechen. Schön wäre, einen werbewirksamen Aufhänger zu finden, um auch uninformiertes Publikum neugierig zu machen und ein lokaler Bezug sollte bestehen....
Liliane Steinke begab sich auf Wanderschaft, schaute hier, informierte sich dort und fand das Buch "Mit gebrochenen Flügeln fliegen", Redaktion Renate Kingma, herausgegeben von der DGBS e.V (Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen e.V) so beeindruckend und geeignet, dass ein folgender Telefonanruf "kleine Wunder" bewirkte. Angetan von dem offenen Ohr und dem engagierten Vorgehen von Herrn Dieter Borchers (und seiner damaligen Kollegin Susanne Keudel) vervielfältigten sich die Energien.
Und das, was als ein "Märchen" begonnen hatte, wurde wahr:
Eine kleine Veranstaltungsreihe entstand. Die VHS Nienburg, die Fachgruppe Eingliederungshilfe des sozialpsychiatrischen Verbundes mit seinem Vorsitzenden Olaf Balkau, das Nienburger Kulturwerk/Kommunales Kino und der Paritätische kooperierten mit der DGBS e.V. und alle waren rundherum zufrieden!
Am Montag den 13.11.2006, ab 19.00 Uhr trafen sich, unter dem Titel "Mit gebrochenen Flügeln fliegen" 42 Interessierte, um - nach einer allgemeinen Begrüßung und Einführung in den Ablauf des Abends - den Ausführungen von Dr. Stefanie Lampen-Imkamp/MHH Hannover über Symptome, Diagnose und Behandlungsformen sowie soziale Auswirkungen von bipolaren Störungen zu folgen. In äußerst verständlicher Sprache konnte sie den komplexen Zusammenhang einer in sich vielschichtigen Erkrankung erläutern. Dies bereitete einen guten Boden für eine erste Diskussionsphase, die von Liliane Steinke/VHS moderiert wurde.
Nach einer kurzen Pause mit (gespendeten - danke) Erfrischungsgetränken nutzte Frau Steinke Gedichttexte aus dem Buch "Mit gebrochenen Flügeln fliegen" und bezog sich auf die in der Zeitschrift "In Balance" veröffentlichen Biographien, um, im zweiten Teil des Abends, die Blickrichtung auf die (Selbst)Wahrnehmung der Erkrankung durch Betroffene und ihre Angehörigen zu lenken.
Torsten Riemenschneider und Angelika Heidorn-Riemenschneider waren als außergewöhnlich aufgeschlossene Gesprächspartner gekommen und haben mit ihren klaren, ehrlichen, nicht beschönigenden und doch Mut machenden Äußerungen zu einer berührten, konzentrierten und offene Publikumsreaktion wesentlich beigetragen. Nicht der Blick auf die Schwachstellen kennzeichnete die Diskussion, sondern Interesse und Verständnis für eine Erkrankung, bei der die Krankheitserkennung und die folgende Krankheitseinsicht so viele Jahre dauern kann.
Liliane Steinke begab sich auf Wanderschaft, schaute hier, informierte sich dort und fand das Buch "Mit gebrochenen Flügeln fliegen", Redaktion Renate Kingma, herausgegeben von der DGBS e.V (Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen e.V) so beeindruckend und geeignet, dass ein folgender Telefonanruf "kleine Wunder" bewirkte. Angetan von dem offenen Ohr und dem engagierten Vorgehen von Herrn Dieter Borchers (und seiner damaligen Kollegin Susanne Keudel) vervielfältigten sich die Energien.
Und das, was als ein "Märchen" begonnen hatte, wurde wahr:
Eine kleine Veranstaltungsreihe entstand. Die VHS Nienburg, die Fachgruppe Eingliederungshilfe des sozialpsychiatrischen Verbundes mit seinem Vorsitzenden Olaf Balkau, das Nienburger Kulturwerk/Kommunales Kino und der Paritätische kooperierten mit der DGBS e.V. und alle waren rundherum zufrieden!
Am Montag den 13.11.2006, ab 19.00 Uhr trafen sich, unter dem Titel "Mit gebrochenen Flügeln fliegen" 42 Interessierte, um - nach einer allgemeinen Begrüßung und Einführung in den Ablauf des Abends - den Ausführungen von Dr. Stefanie Lampen-Imkamp/MHH Hannover über Symptome, Diagnose und Behandlungsformen sowie soziale Auswirkungen von bipolaren Störungen zu folgen. In äußerst verständlicher Sprache konnte sie den komplexen Zusammenhang einer in sich vielschichtigen Erkrankung erläutern. Dies bereitete einen guten Boden für eine erste Diskussionsphase, die von Liliane Steinke/VHS moderiert wurde.
Nach einer kurzen Pause mit (gespendeten - danke) Erfrischungsgetränken nutzte Frau Steinke Gedichttexte aus dem Buch "Mit gebrochenen Flügeln fliegen" und bezog sich auf die in der Zeitschrift "In Balance" veröffentlichen Biographien, um, im zweiten Teil des Abends, die Blickrichtung auf die (Selbst)Wahrnehmung der Erkrankung durch Betroffene und ihre Angehörigen zu lenken.
Torsten Riemenschneider und Angelika Heidorn-Riemenschneider waren als außergewöhnlich aufgeschlossene Gesprächspartner gekommen und haben mit ihren klaren, ehrlichen, nicht beschönigenden und doch Mut machenden Äußerungen zu einer berührten, konzentrierten und offene Publikumsreaktion wesentlich beigetragen. Nicht der Blick auf die Schwachstellen kennzeichnete die Diskussion, sondern Interesse und Verständnis für eine Erkrankung, bei der die Krankheitserkennung und die folgende Krankheitseinsicht so viele Jahre dauern kann.
Fragen der Auslösersituationen, der Frühwarnsymptome und der familiären Vorgeschichten beschäftigten das Publikum, um dann zu dem Thema: "was hilft?" zu kommen. Ausgewogen wurde die Sichtweise auf den Patienten, wie auch auf die Angehörigen und Kinder genommen. Das Leben in all seinen Höhen und Tiefen wurde greifbar sowie der Wunsch die angestrebte Mitte leben zu können und doch vor einem Absturz oder Höhenflug nicht wirklich sicher zu sein....
Um an dem Abend noch eine gewisse Zeit für den informellen Austausch zu ermöglichen, fand der offizielle Teil um ca 21.15 Uhr sein Ende. Gleichwohl wurde noch der Film "Die Pole des Saturn" der DGBS e.V. gezeigt. Wer wollte, konnte sich konzentriert oder vorübergehend einen Eindruck verschaffen - und auch Familie Riemenschneider noch mal im Film erleben.
Einige Teilnehmende der Veranstaltung haben den Film gekauft, u.a. mit dem Hinweis, dass er gut für Teambesprechungen, kollegiale Fortbildungen oder in der Selbsthilfe, z.B. bei Angehörigengruppen geeignet wäre.
Ein in sich vollkommen "runder" Abend mit Information, Berührt-Sein und Perspektive.
Am drauffolgenden Montag, den 20.11.2006 nahmen 55 BesucherInnen das Angebot des Kommunalen Kinos/Nienburger Kulturwerk war "What the "bleep" do we know" (Regie Arntz/Chasse, USA 2004). Der Film wurde auf Anregung des Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe im November mit ins Programm genommen, um eine ganz andere Zielgruppe zu erreichen. Wissenschaftler und Sinnsucher versuchen, die Welt in der wir leben und das, was wir für Realität halten, jeder auf die eigne Weise zu erklären.
Der lokale Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen, Menschen in psychosozialen Krisen und Angehörigen und Interessierte bietet das niedrigschwellige Angebot des "Pari Café", ein offenes Angebot des Paritätischen, das zweimal die Woche geöffnet ist. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde auf dieses bestehende Angebot hingewiesen, weil nicht nur einmalige Aktionen wichtig sind zum besseren Verständnis für Menschen mit Psychiatrieerfahrung, sondern auch die alltäglichen Möglichkeiten bekannt sein müssen.
Die VHS Nienburg und die Fachgruppe Eingliederungshilfe des sozialpsychiatrischen Verbundes im Landkreis Nienburg sind beflügelt im Jahr 2007 ein weiteres psychiatrisches Thema auf zu greifen, um Anderen, die Welt psychiatrisch Erkrankter, ihre Bedürfnisse und Anforderungen ein Stück näher zu bringen.
Um an dem Abend noch eine gewisse Zeit für den informellen Austausch zu ermöglichen, fand der offizielle Teil um ca 21.15 Uhr sein Ende. Gleichwohl wurde noch der Film "Die Pole des Saturn" der DGBS e.V. gezeigt. Wer wollte, konnte sich konzentriert oder vorübergehend einen Eindruck verschaffen - und auch Familie Riemenschneider noch mal im Film erleben.
Einige Teilnehmende der Veranstaltung haben den Film gekauft, u.a. mit dem Hinweis, dass er gut für Teambesprechungen, kollegiale Fortbildungen oder in der Selbsthilfe, z.B. bei Angehörigengruppen geeignet wäre.
Ein in sich vollkommen "runder" Abend mit Information, Berührt-Sein und Perspektive.
Am drauffolgenden Montag, den 20.11.2006 nahmen 55 BesucherInnen das Angebot des Kommunalen Kinos/Nienburger Kulturwerk war "What the "bleep" do we know" (Regie Arntz/Chasse, USA 2004). Der Film wurde auf Anregung des Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe im November mit ins Programm genommen, um eine ganz andere Zielgruppe zu erreichen. Wissenschaftler und Sinnsucher versuchen, die Welt in der wir leben und das, was wir für Realität halten, jeder auf die eigne Weise zu erklären.
Der lokale Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen, Menschen in psychosozialen Krisen und Angehörigen und Interessierte bietet das niedrigschwellige Angebot des "Pari Café", ein offenes Angebot des Paritätischen, das zweimal die Woche geöffnet ist. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde auf dieses bestehende Angebot hingewiesen, weil nicht nur einmalige Aktionen wichtig sind zum besseren Verständnis für Menschen mit Psychiatrieerfahrung, sondern auch die alltäglichen Möglichkeiten bekannt sein müssen.
Die VHS Nienburg und die Fachgruppe Eingliederungshilfe des sozialpsychiatrischen Verbundes im Landkreis Nienburg sind beflügelt im Jahr 2007 ein weiteres psychiatrisches Thema auf zu greifen, um Anderen, die Welt psychiatrisch Erkrankter, ihre Bedürfnisse und Anforderungen ein Stück näher zu bringen.
Dezember 2006
Kontakt
Liliane Steinke, dipl.Soz.päd., Tanz- und Psychotherapeutin(HPG), Päd.Mitarbeiterin/VHS Nienburg
VHS Nienburg, Rühmkoffstrasse 12, 31582 Nienburg
Tel: 05021-967-618; Steinke.Liliane@kreis-ni.de
Literatur/ Film:
"Mit gebrochenen Flügeln fliegen", Redaktion Renate Kingma,
herausgegeben von der DGBS e.V - ISBN 3-8330-0662-5
"Die Pole des Saturn. Bipolar - Leben zwischen Manie und Depression"
Erhältlich als DVD, ISBN 978-3-88414-453-4, Psychiatrie Verlag, Bonn
Kontakt
Liliane Steinke, dipl.Soz.päd., Tanz- und Psychotherapeutin(HPG), Päd.Mitarbeiterin/VHS Nienburg
VHS Nienburg, Rühmkoffstrasse 12, 31582 Nienburg
Tel: 05021-967-618; Steinke.Liliane@kreis-ni.de
Literatur/ Film:
"Mit gebrochenen Flügeln fliegen", Redaktion Renate Kingma,
herausgegeben von der DGBS e.V - ISBN 3-8330-0662-5
"Die Pole des Saturn. Bipolar - Leben zwischen Manie und Depression"
Erhältlich als DVD, ISBN 978-3-88414-453-4, Psychiatrie Verlag, Bonn








