Zur Bedeutung von bipolaren Störungen
Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt“ – ein Zustand, der vielen
Menschen zu schaffen macht. Sie fallen von einem Gefühl des Glücks, in
der sie „Bäume ausreißen“ könnten, plötzlich in eine Lebenslage von
Trauer und Verzweiflung oder bekommen Angst zu handeln. Starke
Schwankungen zwischen Euphorie und Trübsinn, ein 30fach erhöhtes
Suizidrisiko gegenüber der Normalbevölkerung – das ist das Schicksal
vieler Patienten mit einer bipolaren Erkrankung.
Der Zusammenhang zwischen manischen Zuständen und melancholischen
Depressionen wurde schon vor 2000 Jahren beschrieben. Heutzutage werden
diese Formen von manisch-depressiven Stimmungsschwankungen unter dem
Begriff bipolare Störungen zusammengefasst. Störungen vom Typ Bipolar I
gehören zu den häufigsten psychischen Leiden. Berücksichtigt man das
gesamte Spektrum bipolarer Erkrankungen, sind in Deutschland mindestens
2 Millionen Menschen betroffen. Laut jüngstem Report der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören bipolare Störungen zu den
zehn Erkrankungsbildern, die weltweit am häufigsten zu andauernder
Behinderung führen.
Die Betroffenen fühlen sich oft stigmatisiert.
Angehörige sind häufig überfordert, schotten sich und den Patienten von
der Umwelt ab; Scham und falsches Mitleid sind zwar anerkanntermaßen
schlechte Ratgeber, prägen aber vielfach noch den Alltag von bipolar
Erkrankten. Nur 30 % der betroffenen Patienten finden den Weg zum
Hausarzt, nur zehn Prozent zum Nervenarzt.
Neues aus der Forschung
Breites Spektrum möglicher Ursachen Bipolarer Störungen
Forschungsansätze und Hypothesen
Dr. Anna Forsthoff, Dr. Heinz Grunze, LMU München
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift DNP Der
Neurologe & Psychiater Sonderheft 1/2005








